Dill
Anethum graveolens
Auch bekannt als: Gurkenkraut, Dillkraut, Dillfenchel, Kapernkraut
Dill ist ein aromatisches Doldenblütler-Kraut, das vor allem für seine verdauungsfördernden Eigenschaften geschätzt wird. Den ätherischen Ölen Carvon und Limonen wird eine krampflösende Wirkung zugeschrieben, weshalb Dill traditionell bei Blähungen und leichten Magenbeschwerden eingesetzt wird – frisch in der Küche oder getrocknet als Gewürz und Tee. Die Nährwerte in dieser Übersicht gelten für die getrocknete Handelsware. Bei einer Doldenblütler-Allergie ist Vorsicht geboten.
Nährstoffprofil (je 100 g)
Nährwerte: USDA FoodData Central (SR Legacy), Eintrag 171322, Stand 2026-08-28. Wert gilt für getrocknetes Dillkraut (Spices, dill weed, dried), nicht für die frische Handelsware.
Nachhaltigkeit
Frischer Dill aus regionalem Anbau hat einen geringen ökologischen Fußabdruck und kann einfach im eigenen Garten kultiviert werden.
Saisonkalender
Warnhinweise
- Bei bekannter Allergie gegen Doldenblütler können Hautreizungen oder Atemwegsbeschwerden auftreten.
Unverträglichkeiten
- Doldenblütler-Allergie
Westliche Medizin vs. TCM
Westliche Medizin
Getrocknetes Dillkraut, wie es meist im Handel erhältlich ist, enthält beachtliche Mengen Eisen, Kalium und Vitamin C – verzehrt werden davon aber nur ein bis zwei Teelöffel am Tag, keine 100-Gramm-Portion, weshalb der tatsächliche Beitrag zur Nährstoffversorgung gering bleibt. Den ätherischen Ölen Carvon und Limonen wird eine verdauungsfördernde und krampflösende Wirkung zugeschrieben, weshalb Dill traditionell bei Blähungen und leichten Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt wird.
Traditionelle Chinesische Medizin
In der TCM wird Dill als warmes Kraut eingestuft, das das Milz-Qi stärkt und die Verdauung harmonisiert. Es bewegt das Qi im mittleren Jiao und löst Nahrungsstagnationen auf. Traditionell wird Dill bei kalten Verdauungsbeschwerden und zur Förderung der Milchbildung bei stillenden Müttern verwendet. Das Kraut wirkt beruhigend auf den Magen und kann bei nervösen Magenbeschwerden eingesetzt werden.
Angaben nach gängiger TCM-Literatur. Zuordnungen von Thermik, Geschmack und Meridianen unterscheiden sich je nach Quelle.
Worauf beim Kauf achten
- Frischen Dill an den leuchtend grünen, festen Spitzen erkennen – welke oder gelbliche Stellen meiden
- Bio-Dill bevorzugen – Dill zählt laut CVUA-Rückstandsuntersuchungen zu den mittelbelasteten Küchenkräutern, häufig mit mehreren Wirkstoffen gleichzeitig
- Getrockneten Dill in dunklen Gläsern kaufen und auf das Erntedatum achten – verliert nach einem Jahr deutlich an Aroma
- Frischen Dill im Kühlschrank in feuchtem Küchenpapier maximal eine Woche lagern
Passt zu
Häufige Fragen
Hilft Dill wirklich bei Blähungen?
Den ätherischen Ölen Carvon und Limonen wird eine entspannende Wirkung auf die Darmmuskulatur zugeschrieben. Dill-Tee oder frischer Dill im Essen können bei Blähungen und Krämpfen unterstützend wirken, die Wirkung wird meist innerhalb von 30 Minuten spürbar.
Kann man Dill-Stiele mitessen?
Die dünnen Stiele sind essbar und enthalten sogar mehr ätherische Öle als die Spitzen. Dickere Stiele können faserig sein und sollten fein gehackt werden. Für Suppen und Eintöpfe können ganze Stiele mitgekocht und vor dem Servieren entfernt werden.
Wieviel Dill sollte man täglich essen?
1-2 Teelöffel frischer Dill täglich reichen völlig aus, um von den gesundheitlichen Vorteilen zu profitieren. Größere Mengen können bei empfindlichen Personen Magenbeschwerden verursachen. Bei getrockneter Ware genügt etwa ein Drittel der Menge.
Pestizid-Belastung
Dill zählt zu den frischen Küchenkräutern, die aus konventionellem Anbau fast durchweg Rückstände tragen. Die feinen Blätter haben eine große Oberfläche, auf der die Wirkstoffe verbleiben.
Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden bitte eine Fachperson konsultieren.