Tomaten
Solanum lycopersicum
Auch bekannt als: Paradeiser, Paradiesapfel, Liebesapfel, Goldapfel, Tomaten rot, Strauchtomaten, Rispentomaten
Die Tomate ist botanisch eine Beere, wurde aber 1893 vom US Supreme Court per Gerichtsurteil offiziell zum Gemüse erklärt – aus reinen Zollgründen, da Gemüse damals anders besteuert wurde als Obst. Ihr Lycopin-Gehalt, dem eine unterstützende Wirkung auf Herz und Kreislauf zugeschrieben wird, wird durch Erhitzen und etwas Fett deutlich besser vom Körper aufgenommen als aus der rohen Frucht. Unreife grüne Tomaten enthalten Solanin und sollten nicht in großen Mengen gegessen werden.
Nährstoffprofil (je 100 g)
Nährwerte: USDA FoodData Central (SR Legacy), Eintrag 170457, Stand 2026-08-22
Nachhaltigkeit
Tomaten aus regionalem Freilandanbau in der Saison haben eine gute CO₂-Bilanz, während Gewächshaus-Tomaten im Winter energieintensiv sind.
Saisonkalender
Warnhinweise
- Unreife grüne Tomaten enthalten Solanin, das in größeren Mengen toxisch wirken kann.
Unverträglichkeiten
- Nachtschattengewächs-Allergie
- Histaminunverträglichkeit
Westliche Medizin vs. TCM
Westliche Medizin
Weltweit existieren mehrere tausend Tomatensorten, von der klassischen Rispentomate bis zu dunkel gefärbten Sorten mit einem höheren Anteil an Anthocyanen. Die Säure der Tomate stammt vor allem von Zitronen- und Apfelsäure, ihr Geschmack ist deshalb auch stark von Reifegrad und Sonnenstunden während des Wachstums abhängig – regional und saisonal gereifte Früchte schmecken in der Regel intensiver als ganzjährig importierte Ware.
Traditionelle Chinesische Medizin
In der TCM gelten Tomaten als kühl und süß-sauer im Geschmack. Sie werden dem Magen- und Lebermeridian zugeordnet und wirken Hitze klärend sowie Körperflüssigkeiten erzeugend. Tomaten können bei innerer Hitze, Mundtrockenheit und Durst eingesetzt werden. Bei schwacher Verdauung oder Yang-Mangel sollten sie jedoch gemieden werden, da ihre kühlende Natur das Verdauungsfeuer schwächen kann. In der warmen Jahreszeit werden sie als besonders geeignet angesehen.
Angaben nach gängiger TCM-Literatur. Zuordnungen von Thermik, Geschmack und Meridianen unterscheiden sich je nach Quelle.
Worauf beim Kauf achten
- Wähle vollreife, rote Tomaten mit fester Haut und aromatischem Duft am Stielansatz
- Bio-Tomaten enthalten oft mehr Geschmack und weniger Pestizidrückstände
- Regionale Tomaten aus dem Gewächshaus haben meist besseren Geschmack als importierte
- Lagere reife Tomaten bei Zimmertemperatur, unreife können noch nachreifen
Häufige Fragen
Sind Tomaten roh oder gekocht gesünder?
Beide Formen haben Vorteile. Gekochte Tomaten enthalten mehr verfügbares Lycopin, während rohe Tomaten mehr Vitamin C liefern. Am besten kombiniert man beide Zubereitungsarten für maximalen Nutzen.
Kann man grüne Tomaten essen?
Unreife grüne Tomaten enthalten Solanin und sollten nur in kleinen Mengen verzehrt werden. Vollreife grüne Sorten sind hingegen unbedenklich und können normal gegessen werden.
Warum vertrage ich manchmal keine Tomaten?
Tomaten enthalten Histamin und können bei empfindlichen Personen Unverträglichkeiten auslösen. Auch die Säure kann bei manchen Menschen Sodbrennen verursachen. In solchen Fällen helfen oft gekochte statt rohe Tomaten.
Pestizid-Belastung
Tomaten gehören zum Fruchtgemüse, das zwar häufig Rückstände aufweist, meist aber nur in geringen Konzentrationen. EU- und deutsche Ware schneiden gut ab.
Wo wird Tomaten am meisten konsumiert?
Werte basieren auf der Pro-Kopf-Versorgung (Food supply quantity) der FAO Food Balance Sheets.
Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden bitte eine Fachperson konsultieren.