Palmöl
Elaeis guineensis
Auch bekannt als: Palmfett, RBD-Palmöl, Rotes Palmöl
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Palmöl ist mit einem Marktanteil von rund 36% das meistproduzierte Pflanzenöl der Welt – die Ölpalme braucht für dieselbe Ölmenge nur etwa ein Sechstel der Anbaufläche von Soja. Der Preis dafür: Über 80% der Produktion stammen aus Indonesien und Malaysia, wo für neue Plantagen Regenwald gerodet wird. Gesundheitlich ist vor allem raffiniertes Palmöl umstritten – bei der Verarbeitung entstehen Prozesskontaminanten, die von der EFSA als bedenklich eingestuft werden, und der hohe Anteil gesättigter Fettsäuren wird von der DGE kritisch gesehen. Natives, rotes Palmöl schneidet besser ab, spielt im Handel aber nur eine Nebenrolle.
Nährstoffprofil (je 100 g)
Nährwerte: USDA FoodData Central (SR Legacy), Eintrag 171015, Stand 2026-08-29. USDA-Eintrag unterscheidet nicht zwischen raffiniert und kaltgepresst/nativ – Nährwerte unterscheiden sich zwischen den Formen kaum, anders als bei Fettstufen oder Salzgehalt.
Nachhaltigkeit
Der Anbau von Palmöl ist einer der Hauptgründe für die Regenwaldabholzung in Indonesien und Malaysia – RSPO-zertifiziertes oder Bio-Palmöl reduziert das Risiko, löst das Problem aber nicht vollständig.
Gefahren
- Bei der Raffination von Palmöl entstehen 3-MCPD- und Glycidylester in vergleichsweise hohen Mengen. Die EFSA stufte Glycidylester 2016 als genotoxisch und krebserregend ein. Für 3-MCPD gilt eine Höchstmenge, die als unbedenklich gilt (etwa 2 µg pro kg Körpergewicht täglich) – bei Säuglingen und Kindern ist diese Grenze durch das geringere Körpergewicht schnell erreicht.
- Palmöl besteht zu rund 49% aus gesättigten Fettsäuren, vor allem Palmitinsäure. Die DGE rät von einem hohen Verzehr von Palmöl, Palmkernöl und Kokosfett ab und empfiehlt stattdessen Öle wie Raps-, Lein- oder Olivenöl.
Warnhinweise
- Im Handel übliches Palmöl ist in der Regel raffiniert, gebleicht und desodoriert (RBD-Palmöl). Dabei geht ein Großteil der Carotinoide und Tocotrienole verloren, die natives, rotes Palmöl auszeichnen.
- Schätzungen zufolge steckt Palmöl in etwa jedem zweiten Supermarktprodukt, besonders häufig in Margarine, Gebäck, Fertiggerichten und Süßwaren. Seit Dezember 2014 muss es laut EU-Lebensmittelinformationsverordnung namentlich in der Zutatenliste stehen und darf nicht mehr allgemein als "pflanzliches Öl" deklariert werden.
Westliche Medizin vs. TCM
Westliche Medizin
Palmöl wird aus dem Fruchtfleisch der Ölpalme gewonnen. Bei der industriellen Raffination entstehen Prozesskontaminanten wie 3-MCPD- und Glycidylester, die von der EFSA als gesundheitlich bedenklich eingestuft werden. Natives, rotes Palmöl behält dagegen einen hohen Gehalt an Carotinoiden und Tocotrienolen, einer besonders wirksamen Form von Vitamin E – im Handel dominiert allerdings die raffinierte Variante, bei der diese Vorteile kaum noch zum Tragen kommen.
Traditionelle Chinesische Medizin
Die Ölpalme stammt aus Westafrika und gehört nicht zu den traditionell in der TCM beschriebenen Ölen – eine historische Einordnung existiert daher nicht. Nach den allgemeinen TCM-Prinzipien lässt sich Palmöl aufgrund seines hohen Anteils gesättigter Fette als schwer und feuchtigkeitsbildend einordnen, was die Milz-Energie bei übermäßigem Verzehr belasten kann. Stark raffinierte Fette gelten in der TCM grundsätzlich als schwerer verdaulich als naturbelassene Öle. Natives, unraffiniertes Palmöl wird aus dieser Perspektive günstiger bewertet als hoch verarbeitete Ware.
Angaben nach gängiger TCM-Literatur. Zuordnungen von Thermik, Geschmack und Meridianen unterscheiden sich je nach Quelle.
Worauf beim Kauf achten
- Natives, rotes Palmöl (unraffiniert, kaltgepresst) enthält deutlich mehr Vitamin E und Carotinoide als die raffinierte Standardware im Supermarktregal
- RSPO-zertifiziertes oder Bio-Palmöl bevorzugen – Studien zeigen, dass zertifizierte Plantagen die Entwaldung in Primärwäldern spürbar reduzieren können, auch wenn das Problem damit nicht vollständig gelöst ist
- Seit Dezember 2014 muss Palmöl in der Zutatenliste namentlich genannt werden – ein Blick aufs Etikett zeigt dir, wo es steckt
- Wenn dir das wichtig ist, kannst du auf palmölfreie Produkte oder Alternativen wie Raps- oder Sonnenblumenöl ausweichen
Häufige Fragen
Ist Palmöl grundsätzlich ungesund?
Palmöl ist kein Gift, aber ernährungsphysiologisch auch keine erste Wahl. Der hohe Anteil gesättigter Fettsäuren wird von der DGE kritisch bewertet, und bei der üblichen Raffination entstehen Prozesskontaminanten, die die EFSA als bedenklich einstuft. In kleinen Mengen und gelegentlich ist das im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung verkraftbar.
Warum wird Palmöl trotz der Kritik so häufig verwendet?
Die Ölpalme liefert pro Hektar deutlich mehr Öl als Raps oder Soja, was Palmöl in der Herstellung günstig macht. Zudem ist es bei Raumtemperatur halbfest, geschmacksneutral und hitzestabil – Eigenschaften, die es für die Lebensmittelindustrie attraktiv machen.
Was unterscheidet rotes Palmöl von normalem Palmöl?
Rotes Palmöl ist die unraffinierte, kaltgepresste Variante und behält dadurch seine natürlichen Carotinoide und Tocotrienole. Das im Handel übliche, meist gebleichte und desodorierte Palmöl hat einen Großteil dieser Inhaltsstoffe verloren.
Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden bitte eine Fachperson konsultieren.