Ghee
Butyrum clarificatum
Auch bekannt als: Butterschmalz, Geklärte Butter
Ghee entsteht, indem Butter so lange erhitzt wird, bis das Wasser verdampft und sich die Milchfeststoffe absetzen und abgeschöpft werden – zurück bleibt reines, goldgelbes Butterfett ohne Milcheiweiß und Laktose. Dadurch ist es für die meisten Menschen mit entsprechenden Unverträglichkeiten geeignet und hält sich, anders als Butter, auch ohne Kühlschrank monatelang. In der ayurvedischen Medizin gilt Ghee seit Jahrtausenden als eines der wertvollsten Nahrungsmittel überhaupt.
Nährstoffprofil (je 100 g)
Nährwerte: USDA FoodData Central (SR Legacy), Eintrag 171314, Stand 2026-08-29. USDA-Eintrag unterscheidet nicht zwischen raffiniert und kaltgepresst/nativ – Nährwerte unterscheiden sich zwischen den Formen kaum, anders als bei Fettstufen oder Salzgehalt.
Nachhaltigkeit
Als Milchprodukt mit CO₂-Fußabdruck verbunden, jedoch länger haltbar als Butter und oft in kleinen Mengen verwendet.
Warnhinweise
- Auch wenn Ghee fast frei von Milchproteinen ist, können Spuren enthalten sein, die allergische Reaktionen auslösen können.
Unverträglichkeiten
- Milcheiweißallergie (Spuren)
- Laktoseintoleranz (minimal)
Westliche Medizin vs. TCM
Westliche Medizin
Der hohe Rauchpunkt macht Ghee besonders hitzestabil und deshalb beliebt zum scharfen Anbraten – gewöhnliche Butter verbrennt bei diesen Temperaturen bereits, weil genau die Milchfeststoffe fehlen, die bei der Herstellung von Ghee entfernt wurden. Die enthaltene Buttersäure, ein kurzkettiges Fett, wird mit einer unterstützenden Wirkung für die Darmgesundheit in Verbindung gebracht.
Traditionelle Chinesische Medizin
In der TCM wird Ghee als süß und warm eingestuft und gilt als besonders nährend für alle Gewebe. Es stärkt das Verdauungsfeuer (Agni) ohne zu überhitzen und unterstützt die Aufnahme von Nährstoffen. Ghee wirkt befeuchtend auf Lunge und Dickdarm und kann Trockenheit ausgleichen. Es gilt als Rasayana (verjüngendes Mittel) und wird zur Stärkung von Ojas (Lebenskraft) verwendet. Besonders für Vata-Konstitutionen wird es als ausgleichend betrachtet.
Angaben nach gängiger TCM-Literatur. Zuordnungen von Thermik, Geschmack und Meridianen unterscheiden sich je nach Quelle.
Worauf beim Kauf achten
- Bio-Ghee aus Weidehaltung wählen – enthält mehr Omega-3-Fettsäuren und Vitamin A
- Auf die goldgelbe Farbe und den nussigen Geruch achten – Zeichen für gute Qualität
- In dunklen Gläsern kaufen, da Licht die wertvollen Vitamine zerstört
- Bei Zimmertemperatur bis zu einem Jahr haltbar – kein Kühlschrank nötig
Häufige Fragen
Ist Ghee gesünder als normale Butter?
Ghee hat den Vorteil, dass Milcheiweiß und Laktose entfernt sind, wodurch es für Menschen mit entsprechenden Unverträglichkeiten geeignet ist. Zudem verbrennt es nicht so schnell beim Braten. Der Kaloriengehalt ist jedoch gleich hoch.
Kann man Ghee selbst herstellen?
Ja, Ghee lässt sich einfach selbst machen: Butter bei niedriger Hitze schmelzen, bis sich das Milcheiweiß absetzt und goldgelbe, klare Flüssigkeit entsteht. Durch ein feines Sieb abseihen und in einem sauberen Glas aufbewahren.
Wie viel Ghee kann man täglich essen?
Ein bis zwei Teelöffel täglich sind völlig ausreichend. Ghee besteht zu fast 100% aus Fett und liefert sehr viele Kalorien. Als Bratfett für eine Portion Gemüse oder einen Teelöffel im warmen Getränk ist es ideal dosiert.
Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden bitte eine Fachperson konsultieren.