Beifuß
Natürlich Vorsicht

Beifuß

Artemisia vulgaris

Auch bekannt als: Gemeiner Beifuß, Gewöhnlicher Beifuß, Besenkraut, Fliegenkraut, Gänsekraut, Johannesgürtelkraut, Sonnenwendkraut, Weiberkraut, Wilder Wermut, Artemisia vulgaris

75
Gesund von 100 Punkten

Beifuß ist ein vielseitiges Küchenkraut mit intensivem, leicht bitterem Aroma, das besonders in der europäischen und asiatischen Küche geschätzt wird. Das Kraut enthält wertvolle ätherische Öle und Bitterstoffe, die traditionell zur Verdauungsförderung eingesetzt werden. Schwangere und Stillende sollten jedoch auf Beifuß verzichten, da die enthaltenen Wirkstoffe Wehen auslösen können. In moderaten Mengen als Gewürz verwendet, bereichert Beifuß die Küche um eine besondere Geschmacksnote.

Nährstoffprofil · unverifiziert (je 100 g)

Nährwerte nicht extern verifiziert.

Histamin
niedrig
Ballaststoffe 13.2 g
Protein 3.8 g
Vitamin C 18.0 mg
Kalzium 175.0 mg
Eisen 4.5 mg

Nachhaltigkeit

Heimisches Wildkraut

Beifuß wächst wild in Europa und kann regional gesammelt werden, was Transport und Anbauressourcen spart.

Saisonkalender

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Hauptsaison Nebensaison kaum verfügbar

Einsatzgebiete

Gefahren

  • Allergische Reaktionen
  • Schwangerschaftsrisiko

Warnhinweise

  • Beifuß kann wehenfördernd wirken und sollte während Schwangerschaft und Stillzeit gemieden werden.
  • Personen mit Korbblütler-Allergie können auf Beifuß reagieren.

Unverträglichkeiten

  • Korbblütler-Allergie
  • Beifuß-Pollen-Allergie

Westliche Medizin vs. TCM

Westliche Medizin

Botanisch ist Beifuß eng mit Estragon (Artemisia dracunculus) verwandt, gehört aber zu einer eigenen Art mit deutlich kräftigerem, bitterem Geschmack. Klassisch wird er als Gewürz zu fettem Fleisch wie Gans oder Ente verwendet, da die Bitterstoffe die Verdauung schwerer Speisen unterstützen sollen. In der Volksmedizin findet Beifuß auch bei Menstruationsbeschwerden Anwendung, die Beleglage dafür ist allerdings begrenzt.

Wirkstoff Ätherische Öle, Bitterstoffe, Flavonoide
Evidenz Traditionell, begrenzte Studien
Dosierung 1-3g getrocknetes Kraut als Tee

Traditionelle Chinesische Medizin

In der TCM gilt Beifuß als warmes Kraut mit bitterem und scharfem Geschmack. Es wirkt auf die Meridiane von Leber, Milz und Nieren und wird zur Regulierung des Qi und der Menstruation verwendet. Beifuß soll Yang-Qi stärken, Kälte vertreiben und die Verdauung harmonisieren. Traditionell wird es bei Kälte-Zuständen, schwacher Verdauung und unregelmäßiger Menstruation eingesetzt.

Thermik Warm
Geschmack Bitter, scharf
Meridiane Leber, Milz, Niere
Wirkung Yang stärkend, Qi regulierend

Angaben nach gängiger TCM-Literatur. Zuordnungen von Thermik, Geschmack und Meridianen unterscheiden sich je nach Quelle.

Worauf beim Kauf achten

  • Getrockneten Beifuß in dunklen Gläsern oder luftdichten Behältern kaufen - so bleiben die ätherischen Öle länger erhalten
  • Frischen Beifuß an graugrünen Blättern mit weißlicher Unterseite erkennen - welke oder verfärbte Blätter meiden
  • Bio-Qualität bevorzugen, da Beifuß als Wildkraut oft schadstoffbelastet sein kann
  • Getrockneten Beifuß dunkel und trocken lagern - verliert nach einem Jahr deutlich an Aroma

Passt zu

Entenfleisch Gänsebraten Schweinefleisch Wildfleisch

Häufige Fragen

Wie viel Beifuß darf man täglich verwenden?

Als Küchengewürz sind 1-2 Teelöffel getrockneter Beifuß pro Portion unbedenklich. Größere Mengen oder regelmäßige therapeutische Anwendung sollten mit einem Arzt besprochen werden, da das enthaltene Thujon in hohen Dosen problematisch werden kann.

Warum wird Beifuß oft zu fettigen Speisen gegeben?

Die Bitterstoffe im Beifuß regen die Produktion von Verdauungssäften an und können so die Verdauung fettreicher Gerichte wie Gänsebraten oder Ente unterstützen. Traditionell wird das Kraut deshalb gerne bei schwer verdaulichen Speisen mitgekocht.

Kann man Beifuß selbst sammeln?

Beifuß wächst häufig an Wegrändern und ist gut zu erkennen, sollte aber nur fernab von Straßen gesammelt werden. Die beste Sammelzeit ist vor der Blüte im Hochsommer, dann ist der Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten.

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden bitte eine Fachperson konsultieren.