Aprikose
Prunus armeniaca
Auch bekannt als: Marille, Aprikosen, Marillen
Die Aprikose stammt ursprünglich aus China und gelangte über die Seidenstraße nach Europa. Diese samtige Steinfrucht ist eng mit Pfirsich und Pflaume verwandt, lässt sich aber schlechter lagern und wird deshalb oft schon leicht unreif geerntet und nachgereift – frisch vom Baum schmeckt sie deutlich intensiver. Getrocknet sind Aprikosen ganzjährig verfügbar und dabei deutlich zuckerkonzentrierter als frisch.
Nährstoffprofil (je 100 g)
Nährwerte: USDA FoodData Central (SR Legacy), Eintrag 171697, Stand 2026-08-20
Nachhaltigkeit
In der Saison aus regionalem Anbau bevorzugen, da Importware oft weite Transportwege hat.
Saisonkalender
Warnhinweise
- Aprikosenkerne enthalten Amygdalin, das Blausäure freisetzt und in größeren Mengen toxisch wirkt.
Unverträglichkeiten
- Birkenpollenallergie
- Steinobstallergie
Westliche Medizin vs. TCM
Westliche Medizin
Die orangefarbene Schale und das Fruchtfleisch verdanken ihre Farbe Beta-Carotin, einer Vorstufe von Vitamin A, die für Sehkraft und Immunfunktion wichtig ist. Den enthaltenen Carotinoiden wird zusätzlich eine zellschützende, antioxidative Wirkung zugeschrieben. Getrocknete Aprikosen werden häufig mit Schwefeldioxid behandelt, um die leuchtende Farbe zu erhalten – wer das vermeiden möchte, greift zu ungeschwefelter Ware, die dunkler und fester ist.
Traditionelle Chinesische Medizin
In der TCM gelten Aprikosen als thermisch neutral bis kühl und süß-sauer im Geschmack. Sie befeuchten die Lunge und lindern Trockenheit, weshalb sie bei trockenem Husten geschätzt werden. Aprikosen nähren das Yin und unterstützen die Körperflüssigkeiten. Sie wirken beruhigend auf den Shen (Geist) und können bei innerer Unruhe hilfreich sein. Besonders in der heißen Jahreszeit werden sie zur Kühlung und Befeuchtung empfohlen.
Angaben nach gängiger TCM-Literatur. Zuordnungen von Thermik, Geschmack und Meridianen unterscheiden sich je nach Quelle.
Worauf beim Kauf achten
- Aprikosen mit samtiger, unverletzter Haut und einem angenehmen Duft am Stielansatz wählen
- Reife Früchte geben bei sanftem Druck leicht nach, sollten aber nicht zu weich sein.
- Früchte mit braunen Flecken oder Druckstellen vermeiden
- Bei getrockneten Aprikosen auf eine natürliche orange Farbe ohne künstliche Zusätze wie Schwefeldioxid achten
Häufige Fragen
Sind getrocknete Aprikosen gesünder als frische?
Getrocknete Aprikosen haben eine höhere Nährstoffdichte, enthalten aber auch mehr Zucker und oft Konservierungsstoffe. Frische Aprikosen liefern mehr Vitamin C und weniger Kalorien bei gleichem Sättigungseffekt.
Können Aprikosen bei Verdauungsproblemen helfen?
Ja, die Ballaststoffe in Aprikosen fördern die Verdauung und können bei Verstopfung hilfreich sein. Der hohe Wassergehalt unterstützt zusätzlich die Darmbewegung.
Warum sollte man Aprikosenkerne nicht essen?
Aprikosenkerne enthalten Amygdalin, das im Körper zu giftiger Blausäure umgewandelt wird. Bereits wenige Kerne können bei Kindern zu Vergiftungserscheinungen führen.
Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden bitte eine Fachperson konsultieren.