Kohlrabi
Natürlich

Kohlrabi

Brassica oleracea var. gongylodes

Auch bekannt als: Oberkohlrabi, Oberrübe, Rübkohl, Stängelrübe

82
Sehr gesund von 100 Punkten

Kohlrabi ist die knollenartig verdickte Sprossachse eines Kohlgewächses (Brassica oleracea var. gongylodes) und gehört damit zur selben Pflanzenart wie Brokkoli, Grünkohl und Blumenkohl. Mit nur 27 Kalorien pro 100 Gramm zählt er zu den kalorienärmsten Gemüsesorten überhaupt und liefert dabei mit 62 Milligramm mehr Vitamin C als eine Orange (53 mg/100 g). Dazu kommen ordentliche Mengen Ballaststoffe, Kalium und Folsäure. Wie seine Kohlverwandten enthält Kohlrabi sekundäre Pflanzenstoffe aus der Gruppe der Glucosinolate – diese sind bei Kohlrabi allerdings deutlich weniger erforscht als das prominente Sulforaphan im Brokkoli. Im Gegensatz zu Brokkoli oder Kohl gilt Kohlrabi zudem als FODMAP-arm und damit meist gut verträglich, auch bei empfindlichem Magen. Die DGE empfiehlt ohnehin täglich drei Portionen Gemüse – mit seinem milden Geschmack lässt sich Kohlrabi dafür leicht roh oder gegart einbauen.

Nährstoffprofil

Histamin
niedrig
Vitamin C
62.0 mg
Vitamin K
0.1 µg
Folsäure
16.0 µg
Protein
1.7 g
Kalium
350.0 mg

Nachhaltigkeit

Regionaler Anbau möglich Niedriger Wasserverbrauch

Kohlrabi aus regionalem Freilandanbau hat eine gute Ökobilanz und kurze Transportwege.

Saisonkalender

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Hauptsaison Nebensaison kaum verfügbar

Einsatzgebiete

Warnhinweise

  • Glucosinolate können in Thiocyanate umgewandelt werden, die die Jodaufnahme der Schilddrüse hemmen. Relevant wird das laut Studienlage aber erst bei gleichzeitigem Jodmangel und sehr hohem Rohverzehr – Kochen inaktiviert einen Großteil der verantwortlichen Enzyme. Bei einer bestehenden Schilddrüsenunterfunktion ist es sinnvoll, große Mengen rohen Kohlrabi eher zu meiden und stattdessen zur gekochten Variante zu greifen. Bei bekannter Schilddrüsenerkrankung im Zweifel mit einem Arzt oder einer Ärztin absprechen.

Westliche Medizin vs. TCM

Westliche Medizin

Kohlrabi liefert pro 100 Gramm rund 62 Milligramm Vitamin C – mehr als eine Orange – bei nur 27 Kalorien. Mit 3,6 Gramm Ballaststoffen pro 100 Gramm sättigt er gut, ohne viele Kalorien zu liefern, und unterstützt eine geregelte Verdauung. Dazu liefert er Kalium (350 mg), das an der Regulierung des Blutdrucks beteiligt ist, sowie kleinere Mengen Folsäure und Vitamin B6. Wie andere Kreuzblütler enthält Kohlrabi Glucosinolate, aus denen beim Schneiden oder Kauen Isothiocyanate entstehen – Verbindungen, denen in Zellstudien entzündungshemmende und krebshemmende Eigenschaften zugeschrieben werden. Für Kohlrabi selbst liegen dazu aber deutlich weniger klinische Daten vor als etwa für Brokkoli. Die Blätter, die meist nicht mitverkauft werden, enthalten sogar noch mehr Calcium und Vitamin K als die Knolle.

Vitamin C, Glucosinolate, Kalium
Vitamin-C-Gehalt gut belegt, krebshemmende Wirkung der Glucosinolate primär aus Zellstudien
150–200 g / Tag

Traditionelle Chinesische Medizin

In der TCM gilt Kohlrabi als thermisch neutral bis leicht kühlend, mit süß-scharfem bis süß-bitterem Geschmack. Er wird den Meridianen von Milz, Magen und Leber zugeordnet. Ihm wird nachgesagt, den Qi-Fluss zu unterstützen, Feuchtigkeit auszuleiten und die Verdauung zu stärken – bei empfindlichem Magen wird gedünsteter oder gekochter Kohlrabi empfohlen, da er dann leichter verdaulich ist als roh.

Neutral bis leicht kühl
Süß, leicht scharf/bitter
Milz, Magen, Leber
Qi-regulierend, feuchtigkeitsausleitend, verdauungsstärkend

Worauf beim Kauf achten

  • Kleine bis mittelgroße Knollen (Durchmesser 6–8 cm) sind zarter und weniger holzig als große, überständige Exemplare
  • Die Blätter sind mitessbar und nährstoffreich (mehr Calcium und Vitamin K als die Knolle) – wenn noch dran, nicht wegwerfen
  • Grüne und violette Sorten unterscheiden sich geschmacklich kaum, die violette Schale ist nur etwas dicker
  • Im Kühlschrank hält sich Kohlrabi ohne Blätter etwa 1–2 Wochen, mit Blättern kürzer, da diese schneller welken

Häufige Fragen

Kann man Kohlrabi roh essen?

Ja, roh gegessen bleiben die meisten Vitamine erhalten, und dank des niedrigen FODMAP-Gehalts verträgt ihn auch ein empfindlicher Magen meist gut. Am besten dünn hobeln oder in Sticks schneiden.

Sind die Kohlrabi-Blätter essbar?

Ja, die jungen Blätter lassen sich wie Spinat oder Grünkohl zubereiten und enthalten sogar mehr Calcium und Vitamin K als die Knolle selbst. Ältere, große Blätter werden allerdings zäh.

Ist Kohlrabi bei einer Schilddrüsenunterfunktion problematisch?

In normalen Verzehrmengen und bei ausreichender Jodversorgung ist das kein Problem – die goitrogene Wirkung der enthaltenen Glucosinolate wird zudem durch Kochen größtenteils abgeschwächt. Bei bekannter Schilddrüsenerkrankung im Zweifel Rücksprache mit einem Arzt oder einer Ärztin halten.

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden bitte eine Fachperson konsultieren.