Sardelle
Engraulis encrasicolus
Auch bekannt als: Anchovis, Anchovi, Anschovis, Sardellen, Europäische Sardelle, Engraulis encrasicolus
Sardellen (Engraulis encrasicolus) gehören zu den wenigen Speisefischen, die man ohne schlechtes Gewissen essen kann. Sie werden nur zwei bis drei Jahre alt, ernähren sich von Plankton und stehen damit ganz unten in der Nahrungskette – dadurch reichern sie kaum Quecksilber an, anders als Thunfisch oder Schwertfisch. Gleichzeitig liefern sie mit 0,5 Gramm EPA und 0,9 Gramm DHA je 100 Gramm mehr Omega-3 als die meisten Fische. In Deutschland kennt man sie fast nur gesalzen aus der Dose – dort steigt der Natriumgehalt allerdings auf ein Vielfaches.
Nährstoffprofil (je 100 g)
Nährwerte: USDA FoodData Central (SR Legacy), Eintrag 174182, Stand 2026-08-29
Nachhaltigkeit
Sardellen stehen in der Nahrungskette weit unten, vermehren sich schnell und haben daher einen geringeren ökologischen Fußabdruck als größere Fischarten.
Saisonkalender
Warnhinweise
- Gesalzene oder eingelegte Sardellen – die im Handel übliche Form – enthalten sehr viel Natrium und sollten bei Bluthochdruck nur in geringen Mengen verzehrt werden. Die Werte auf dieser Seite gelten für den frischen Fisch.
Unverträglichkeiten
- Fischallergie
Westliche Medizin vs. TCM
Westliche Medizin
Der hohe Anteil an Omega-3-Fettsäuren, denen eine unterstützende Wirkung für Herz und Kreislauf sowie eine entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben wird, macht Sardellen zu einer der ergiebigsten Fischquellen dafür. Wer die Fische ganz isst statt filetiert, nimmt über die mitverarbeiteten Gräten außerdem deutlich mehr Calcium und Eisen auf als bei reinem Filet.
Traditionelle Chinesische Medizin
In der TCM werden Sardellen als thermisch neutral bis leicht warm eingestuft und dem salzigen Geschmack zugeordnet. Sie tonisieren besonders die Nieren-Essenz und stärken das Yang-Qi, was bei Schwäche und Erschöpfung hilfreich sein kann. Die kleinen Fische gelten als besonders nährend für Knochen und Mark und unterstützen die Fortpflanzungsfunktionen. Aufgrund ihrer Affinität zu Nieren- und Leber-Meridian werden sie traditionell bei Wachstumsstörungen und zur Stärkung der Konstitution eingesetzt.
Angaben nach gängiger TCM-Literatur. Zuordnungen von Thermik, Geschmack und Meridianen unterscheiden sich je nach Quelle.
Worauf beim Kauf achten
- Frische Sardellen aus dem Mittelmeer oder Atlantik bevorzugen – nur dafür gelten die auf dieser Seite gezeigten Nährwerte
- Bei konservierten Sardellen auf reduzierten Salzgehalt achten oder vor Verwendung gründlich abspülen
- Sardellen in Olivenöl statt in Sonnenblumenöl kaufen – das Olivenöl ergänzt die gesunden Fettsäuren optimal
- Ganze Sardellen bevorzugen, da sie mehr Calcium durch die mitverarbeiteten Gräten enthalten
Häufige Fragen
Wie oft kann man Sardellen essen?
Sardellen können problemlos 2-3 Mal pro Woche gegessen werden. Als Kleinfisch enthalten sie deutlich weniger Schwermetalle als große Raubfische und sind daher auch für Schwangere unbedenklich.
Sind Sardellen aus der Dose gesund?
Sardellen aus der Dose behalten ihre Omega-3-Fettsäuren und Proteine, haben aber durch Öl und Salzung einen anderen Nährwert als der frische Fisch, für den die Werte auf dieser Seite gelten – vor allem beim Natriumgehalt. Vor dem Verzehr abspülen reduziert das Salz etwas.
Warum sind Sardellen so salzig?
Sardellen werden traditionell in Salz eingelegt, um sie haltbar zu machen und den charakteristischen umami-reichen Geschmack zu entwickeln. Dieser Reifeprozess dauert mehrere Monate und intensiviert das Aroma erheblich.
Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden bitte eine Fachperson konsultieren.