Rhabarber
Natürlich Vorsicht

Rhabarber

Rheum rhabarbarum

Auch bekannt als: Rhebarber, Rabarber, Piestengel, Krautstiel

75
Gesund von 100 Punkten

Rhabarber ist botanisch ein Gemüse, wird aber praktisch ausschließlich wie Obst verwendet – in den USA wurde er sogar per Gerichtsurteil offiziell zur Frucht erklärt, weil er meist gesüßt und zu Kuchen verarbeitet wird. Nur die Stiele sind essbar, die Blätter enthalten so viel Oxalsäure, dass sie giftig sind. Nach der Sommersonnenwende Ende Juni steigt der Oxalsäuregehalt in den Stielen deutlich an, weshalb traditionell bis dahin geerntet wird.

Nährstoffprofil (je 100 g)

Histamin
niedrig
Vitamin K
29.3 µg
Kalium
288 mg
Kalzium
86 mg
Vitamin C
8 mg
Ballaststoffe
1.8 g

Nährwerte: USDA FoodData Central (SR Legacy), Eintrag 167758, Stand 2026-08-22

Nachhaltigkeit

Regionales Saisongemüse Kurze Transportwege

Rhabarber aus regionalem Anbau hat eine hervorragende Ökobilanz mit minimalem Transportaufwand und geringem Wasserbedarf.

Saisonkalender

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Hauptsaison Nebensaison kaum verfügbar

Einsatzgebiete

Gefahren

  • Oxalsäure-Gehalt
  • Nierensteinrisiko

Warnhinweise

  • Rhabarber enthält hohe Mengen an Oxalsäure, die bei übermäßigem Verzehr die Calciumaufnahme hemmen und zur Nierensteinbildung beitragen kann.
  • Die Rhabarberblätter enthalten sehr hohe Oxalsäure-Konzentrationen und sind giftig - nur die Stiele sind zum Verzehr geeignet.

Unverträglichkeiten

  • Nierensteine
  • Oxalat-Sensitivität

Westliche Medizin vs. TCM

Westliche Medizin

Die charakteristische Säure stammt von Apfel- und Zitronensäure, während sich rote und grüne Sorten geschmacklich kaum unterscheiden – die Farbe hängt vom Anthocyangehalt ab, nicht von der Reife. Kochen baut einen Teil der Oxalsäure ab, weshalb Rhabarber traditionell nicht roh, sondern als Kompott oder in Kuchen verarbeitet wird.

Wirkstoff Vitamin C, Anthochinone, Ballaststoffe
Evidenz Moderate Studienlage
Dosierung 100-200g pro Portion

Traditionelle Chinesische Medizin

In der TCM gilt Rhabarber als kühl und sauer im Geschmack. Er leitet Hitze aus dem Körper aus und kann bei Verdauungsbeschwerden durch Hitze-Ansammlung eingesetzt werden. Rhabarber wirkt befeuchtend auf die Säfte und kann trockene Verstopfung lösen. Seine kühlende Natur macht ihn besonders wertvoll in der warmen Jahreszeit zur Temperaturregulation des Körpers.

Thermik Kühl
Geschmack Sauer, bitter
Meridiane Magen, Dickdarm
Wirkung Hitze ausleitend, befeuchtend

Angaben nach gängiger TCM-Literatur. Zuordnungen von Thermik, Geschmack und Meridianen unterscheiden sich je nach Quelle.

Worauf beim Kauf achten

  • Wählen Sie feste, knackige Stangen mit glatter Haut - weiche oder welke Stangen haben bereits Feuchtigkeit verloren
  • Bevorzugen Sie junge, dünne Stangen bis Ende Juni, danach steigt der Oxalsäure-Gehalt deutlich an
  • Entfernen Sie die Blätter sofort nach dem Kauf, da sie giftig sind und den Stangen Feuchtigkeit entziehen
  • Lagern Sie Rhabarber im Gemüsefach des Kühlschranks maximal eine Woche, eingewickelt in ein feuchtes Tuch

Häufige Fragen

Muss man Rhabarber schälen?

Junge, dünne Stangen müssen nicht geschält werden - einfach waschen und die Enden abschneiden reicht. Dickere, ältere Stangen sollten geschält werden, da die Haut zäh und faserig sein kann.

Warum soll man Rhabarber nicht nach Juni ernten?

Nach der Sommersonnenwende steigt der Oxalsäure-Gehalt in den Stangen deutlich an. Oxalsäure kann in größeren Mengen die Aufnahme von Mineralstoffen hemmen und bei empfindlichen Personen zu Nierenproblemen beitragen.

Kann man Rhabarber roh essen?

Ja, junge Rhabarberstangen können roh verzehrt werden, schmecken aber sehr sauer. Durch Kochen oder Dünsten wird die Säure gemildert und der Geschmack angenehmer. Zudem wird die Oxalsäure beim Erhitzen teilweise abgebaut.

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden bitte eine Fachperson konsultieren.