Johanniskrauttee
Natürlich Vorsicht

Johanniskrauttee

Hypericum perforatum

Auch bekannt als: Johanniskraut-Tee, Hypericum-Tee, Herrgottsblut-Tee, Tüpfel-Johanniskraut-Tee, Johanniskrautaufguss

75
Gesund von 100 Punkten

Johanniskrauttee ist ein traditionelles Kraut, dem bei leichten depressiven Verstimmungen und Unruhezuständen eine positive Wirkung zugeschrieben wird – einige Studien stützen das. Die enthaltenen Wirkstoffe Hyperforin und Hypericin beeinflussen das Nervensystem und können die Stimmung aufhellen. Allerdings ist Vorsicht geboten: Johanniskraut verstärkt die Lichtempfindlichkeit der Haut und kann mit verschiedenen Medikamenten problematisch wechselwirken. Eine ärztliche Beratung vor regelmäßigem Konsum ist daher ratsam.

Nährstoffprofil · unverifiziert (je 100 g)

Nährwerte nicht extern verifiziert.

Histamin
niedrig
Protein 0.1 g
Kalium 10.0 mg
Magnesium 2.0 mg

Nachhaltigkeit

Heimische Wildpflanze Geringer Wasserverbrauch

Johanniskraut wächst als heimische Wildpflanze oft regional und benötigt weder Dünger noch Pestizide.

Saisonkalender

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Hauptsaison Nebensaison kaum verfügbar

Einsatzgebiete

Gefahren

  • Wechselwirkungen mit Medikamenten
  • Lichtempfindlichkeit

Warnhinweise

  • Kann die Wirkung verschiedener Medikamente beeinträchtigen, insbesondere Antidepressiva, Blutverdünner und die Pille.
  • Kann die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen. Intensive Sonneneinstrahlung meiden.

Unverträglichkeiten

  • Schwangerschaft
  • Stillzeit

Westliche Medizin vs. TCM

Westliche Medizin

Johanniskraut enthält Hyperforin und Hypericin als Hauptwirkstoffe, denen eine Wirkung auf das zentrale Nervensystem zugeschrieben wird. Positive Effekte bei leichten bis mittelschweren depressiven Verstimmungen gelten als gut belegt, die Wirkung tritt aber meist erst nach 2-3 Wochen regelmäßiger Anwendung ein. Das Kraut kann zudem enzymatische Prozesse in der Leber beeinflussen und dadurch die Wirkung anderer Medikamente wie der Antibabypille oder Blutverdünnern abschwächen. Die meisten Studien zur Wirksamkeit wurden mit standardisierten Extrakten in Kapselform durchgeführt, nicht mit Tee – wer auf eine spürbare Wirkung hofft, sollte diesen Unterschied im Hinterkopf behalten.

Wirkstoff Hyperforin, Hypericin
Evidenz Moderat
Dosierung 2-3 Tassen täglich

Traditionelle Chinesische Medizin

In der TCM wird Johanniskraut als warmes Kraut eingestuft, das Leber-Qi bewegt und den Shen beruhigt. Es öffnet die Kanäle und vertreibt Feuchtigkeit aus dem Körper. Das Kraut wird traditionell bei emotionaler Blockade und innerer Unruhe eingesetzt. Es stärkt das Herz-Qi und harmonisiert die Emotionen durch seine bewegende Wirkung auf das Leber-System.

Thermik Warm
Geschmack Bitter, süß
Meridiane Leber, Herz
Wirkung Qi bewegend, Shen beruhigend

Angaben nach gängiger TCM-Literatur. Zuordnungen von Thermik, Geschmack und Meridianen unterscheiden sich je nach Quelle.

Worauf beim Kauf achten

  • Wählen Sie Apothekenqualität mit standardisiertem Wirkstoffgehalt – Supermarkt-Tees enthalten oft zu geringe Mengen der aktiven Substanzen
  • Achten Sie auf Bio-Qualität aus europäischem Anbau, da Johanniskraut Schadstoffe aus dem Boden anreichern kann
  • Lagern Sie den Tee luftdicht und dunkel – Licht zersetzt die empfindlichen Wirkstoffe Hypericin und Hyperforin
  • Kaufen Sie kleinere Mengen, da die Wirksamkeit nach 18 Monaten deutlich nachlässt

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis Johanniskrauttee wirkt?

Die stimmungsaufhellende Wirkung setzt meist nach 2-4 Wochen regelmäßiger Anwendung ein. Anders als chemische Antidepressiva wirkt Johanniskraut nicht sofort, sondern baut seine Wirkung langsam auf. Für spürbare Effekte solltest du täglich 2-3 Tassen über mindestens einen Monat trinken.

Welche Medikamente vertragen sich nicht mit Johanniskrauttee?

Johanniskraut verstärkt den Abbau vieler Medikamente in der Leber und kann deren Wirkung abschwächen. Besonders problematisch sind Wechselwirkungen mit Blutverdünnern, Antidepressiva, der Antibabypille und Herzmedikamenten. Sprich vor der Anwendung unbedingt mit deinem Arzt oder Apotheker.

Macht Johanniskrauttee wirklich lichtempfindlich?

Ja, die im Johanniskraut enthaltenen Hypericine können die Haut empfindlicher für UV-Strahlung machen. Bei regelmäßigem Konsum solltest du intensive Sonnenbäder meiden und Sonnenschutz verwenden. Die Lichtempfindlichkeit klingt etwa eine Woche nach Absetzen des Tees wieder ab.

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden bitte eine Fachperson konsultieren.