Johanniskrauttee
Hypericum perforatum
Auch bekannt als: Johanniskraut-Tee, Hypericum-Tee, Herrgottsblut-Tee, Tüpfel-Johanniskraut-Tee, Johanniskrautaufguss
Johanniskrauttee ist ein traditionelles Kraut, dem bei leichten depressiven Verstimmungen und Unruhezuständen eine positive Wirkung zugeschrieben wird – einige Studien stützen das. Die enthaltenen Wirkstoffe Hyperforin und Hypericin beeinflussen das Nervensystem und können die Stimmung aufhellen. Allerdings ist Vorsicht geboten: Johanniskraut verstärkt die Lichtempfindlichkeit der Haut und kann mit verschiedenen Medikamenten problematisch wechselwirken. Eine ärztliche Beratung vor regelmäßigem Konsum ist daher ratsam.
Nährstoffprofil · unverifiziert (je 100 g)
Nährwerte nicht extern verifiziert.
Nachhaltigkeit
Johanniskraut wächst als heimische Wildpflanze oft regional und benötigt weder Dünger noch Pestizide.
Saisonkalender
Gefahren
- Wechselwirkungen mit Medikamenten
- Lichtempfindlichkeit
Warnhinweise
- Kann die Wirkung verschiedener Medikamente beeinträchtigen, insbesondere Antidepressiva, Blutverdünner und die Pille.
- Kann die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen. Intensive Sonneneinstrahlung meiden.
Unverträglichkeiten
- Schwangerschaft
- Stillzeit
Westliche Medizin vs. TCM
Westliche Medizin
Johanniskraut enthält Hyperforin und Hypericin als Hauptwirkstoffe, denen eine Wirkung auf das zentrale Nervensystem zugeschrieben wird. Positive Effekte bei leichten bis mittelschweren depressiven Verstimmungen gelten als gut belegt, die Wirkung tritt aber meist erst nach 2-3 Wochen regelmäßiger Anwendung ein. Das Kraut kann zudem enzymatische Prozesse in der Leber beeinflussen und dadurch die Wirkung anderer Medikamente wie der Antibabypille oder Blutverdünnern abschwächen. Die meisten Studien zur Wirksamkeit wurden mit standardisierten Extrakten in Kapselform durchgeführt, nicht mit Tee – wer auf eine spürbare Wirkung hofft, sollte diesen Unterschied im Hinterkopf behalten.
Traditionelle Chinesische Medizin
In der TCM wird Johanniskraut als warmes Kraut eingestuft, das Leber-Qi bewegt und den Shen beruhigt. Es öffnet die Kanäle und vertreibt Feuchtigkeit aus dem Körper. Das Kraut wird traditionell bei emotionaler Blockade und innerer Unruhe eingesetzt. Es stärkt das Herz-Qi und harmonisiert die Emotionen durch seine bewegende Wirkung auf das Leber-System.
Angaben nach gängiger TCM-Literatur. Zuordnungen von Thermik, Geschmack und Meridianen unterscheiden sich je nach Quelle.
Worauf beim Kauf achten
- Wählen Sie Apothekenqualität mit standardisiertem Wirkstoffgehalt – Supermarkt-Tees enthalten oft zu geringe Mengen der aktiven Substanzen
- Achten Sie auf Bio-Qualität aus europäischem Anbau, da Johanniskraut Schadstoffe aus dem Boden anreichern kann
- Lagern Sie den Tee luftdicht und dunkel – Licht zersetzt die empfindlichen Wirkstoffe Hypericin und Hyperforin
- Kaufen Sie kleinere Mengen, da die Wirksamkeit nach 18 Monaten deutlich nachlässt
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, bis Johanniskrauttee wirkt?
Die stimmungsaufhellende Wirkung setzt meist nach 2-4 Wochen regelmäßiger Anwendung ein. Anders als chemische Antidepressiva wirkt Johanniskraut nicht sofort, sondern baut seine Wirkung langsam auf. Für spürbare Effekte solltest du täglich 2-3 Tassen über mindestens einen Monat trinken.
Welche Medikamente vertragen sich nicht mit Johanniskrauttee?
Johanniskraut verstärkt den Abbau vieler Medikamente in der Leber und kann deren Wirkung abschwächen. Besonders problematisch sind Wechselwirkungen mit Blutverdünnern, Antidepressiva, der Antibabypille und Herzmedikamenten. Sprich vor der Anwendung unbedingt mit deinem Arzt oder Apotheker.
Macht Johanniskrauttee wirklich lichtempfindlich?
Ja, die im Johanniskraut enthaltenen Hypericine können die Haut empfindlicher für UV-Strahlung machen. Bei regelmäßigem Konsum solltest du intensive Sonnenbäder meiden und Sonnenschutz verwenden. Die Lichtempfindlichkeit klingt etwa eine Woche nach Absetzen des Tees wieder ab.
Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden bitte eine Fachperson konsultieren.