Johanniskraut
Hypericum perforatum
Auch bekannt als: Hypericum, Tüpfel-Johanniskraut, Echtes Johanniskraut, Herrgottsblut, Teufelsflucht, Jageteufel, Hexenkraut, Wundkraut, Blutkraut, Hartheu
Johanniskraut ist eine der am besten erforschten Heilpflanzen und kann bei leichten bis mittelschweren Verstimmungen eine natürliche Alternative darstellen. Den Wirkstoffen Hypericin und Hyperforin wird in Studien eine mit synthetischen Antidepressiva vergleichbare Wirksamkeit zugeschrieben – für diese Kategorie eine ungewöhnlich gute Evidenzlage. Allerdings sind die starken Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und die erhöhte Lichtempfindlichkeit wichtige Punkte, die vor der Anwendung bedacht werden müssen.
Histamingehalt
Nachhaltigkeit
Johanniskraut wächst wild in Europa und kann regional geerntet oder im eigenen Garten angebaut werden.
Saisonkalender
Gefahren
- Photosensibilität
- Medikamenteninteraktionen
Warnhinweise
- Johanniskraut kann die Wirkung verschiedener Medikamente abschwächen, darunter Antidepressiva, Blutverdünner und die Antibabypille.
- Kann bei empfindlichen Personen zu verstärkter Sonnenbrandneigung und Hautreaktionen führen.
Unverträglichkeiten
- Schwangerschaft
- Stillzeit
- Bipolare Störungen
Westliche Medizin vs. TCM
Westliche Medizin
Johanniskraut enthält Hypericin und Hyperforin als Hauptwirkstoffe, die auf das Nervensystem wirken. Bei leichten bis mittelschweren Depressionen wird ihm eine mit synthetischen Antidepressiva vergleichbare Wirksamkeit zugeschrieben – die Evidenz dafür gilt als vergleichsweise gut, was in dieser Kategorie eher die Ausnahme ist. Die Pflanze wirkt stimmungsaufhellend und kann Angstzustände reduzieren. Äußerlich angewendet fördert Johanniskrautöl die Wundheilung und wirkt entzündungshemmend. Die Wirkung tritt meist nach 2-4 Wochen regelmäßiger Einnahme ein. Der Wirkstoff Hyperforin aktiviert ein Leberenzym, das viele andere Medikamente schneller abbaut – bei der Antibabypille kann das die Wirksamkeit so weit verringern, dass ungewollte Schwangerschaften möglich werden.
Traditionelle Chinesische Medizin
In der TCM wird Johanniskraut als erwärmend und bitter eingestuft und dem Herz- und Lebermeridian zugeordnet. Es soll das Herz-Shen beruhigen und den Geist stabilisieren, weshalb es bei emotionalen Ungleichgewichten eingesetzt wird. Die Pflanze kann helfen, Leber-Qi-Stagnation zu lösen, die oft mit schlechter Laune und Reizbarkeit verbunden ist. Johanniskraut tonisiert das Yang und kann bei Erschöpfung durch emotionale Belastung unterstützen. Traditionell wird es auch bei Schlaflosigkeit und innerer Unruhe verwendet.
Angaben nach gängiger TCM-Literatur. Zuordnungen von Thermik, Geschmack und Meridianen unterscheiden sich je nach Quelle.
Worauf beim Kauf achten
- Wählen Sie standardisierte Extrakte mit 0,3% Hypericin und 3% Hyperforin – diese Konzentrationen sind in Studien getestet
- Achten Sie auf Arzneimittelqualität aus der Apotheke statt Nahrungsergänzungsmittel mit unklaren Wirkstoffgehalten
- Bevorzugen Sie deutsche oder europäische Hersteller mit pharmazeutischen Standards und Reinheitsprüfungen
- Lagern Sie Johanniskraut-Präparate dunkel und trocken, da Licht die Wirkstoffe zersetzt
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, bis Johanniskraut wirkt?
Die ersten Effekte können nach 2-4 Wochen spürbar werden, die volle Wirkung entfaltet sich meist nach 6-8 Wochen regelmäßiger Einnahme. Eine zu frühe Bewertung der Wirksamkeit ist daher nicht aussagekräftig.
Welche Medikamente vertragen sich nicht mit Johanniskraut?
Johanniskraut kann die Wirkung der Antibabypille, von Blutverdünnern, Herzmedikamenten und vielen anderen Arzneimitteln abschwächen. Vor der Einnahme solltest du unbedingt mit deinem Arzt oder Apotheker alle aktuellen Medikamente besprechen.
Kann man von Johanniskraut einen Sonnenbrand bekommen?
Ja, Johanniskraut erhöht die Lichtempfindlichkeit der Haut deutlich. Während der Einnahme solltest du intensive Sonneneinstrahlung und Solariumbesuche meiden und konsequent Sonnenschutz verwenden.
Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden bitte eine Fachperson konsultieren.